1993

Eine Suche nach Bauland für neue Bauvorhaben war erfolglos. Nach Umbau- und Sanierungsarbeiten im "Alten Schlachthaus" am 09.01.1993 Einweihung des Schüler- und Jugendtreffs des AGS. Weiterführung der Planung Dachaufstockung Maulbeerallee durch Beauftragung eines anderen Architekten. Geplant sind jetzt 48 neue Wohnungen. Als Baubeginn ist der Herbst 1993 vorgesehen. Am 29.07.1993 feierte unser Genosse Hermann Pennigsdorf seinen 100 Geburtstag. Herr Pennigsdorf wohnt seit dem 01.10.1926 in der Gartenstadt. Im Dezember wird bekannt gegeben, dass die Baugenehmigung für 48 Wohnungen für die Dachaufstockung vorliegt. Der Baubeginn ist nun für das Frühjahr 94 vorgesehen.

Beginn der Verhandlungen mit der Oberfinanzdirektion Berlin über die am 31.12.2000 auslaufenden Erbbauverträge. Kaufpreis nach Vorstellungen des BMF 150 Mio. DM, Erbauzins 6 Mio. DM. Durch eine Änderung des Genossenschaftsgesetzes wird ab 26.12.93 (Inkrafttreten) von der Genossenschaft selbst eine "Mitgliederliste" statt der gerichtlich geführten Liste der Genossen geführt

 

1994

Am 17.04.1994 100jähriges Jubiläum der Kyffhäuser Kameradschaft Staaken e. V. Der Baubeginn der Dachaufstockung der Wohnanlage Maulbeerallee verzögert sich durch Kündigungen von Architekten und Fachingenieuren und Neubeauftragungen auf Ende September. Mit der IBB wurde eine Förderung im 2. Förderungsweg verhandelt. Mit der Grundsteinlegung am 16.8.1994 für den Bau der Brücke über den Finkenkruger Weg fiel der Startschuss für den Wiederaufbau der Eisenbahnstrecke zwischen Falkensee und Spandau-West u. a. entlang der Gartenstadt Staaken.

 

1995

bahn 02

Anfang Mai Baubeginn der Dachaufstockung in der Maulbeerallee; die Bauzeit soll 18 Monate betragen. Im Mai wird im ehemaligen Gewerberaum am Torweg 42 eine Gästewohnung eingerichtet und den Genossen zur Verfügung gestellt.
Ab 28.05.1995 (Feierstunde am Finkenkruger Weg) fahren wieder Züge zwischen Berlin-Spandau, Albrechtshof und Falkensee.

 

1996

Ab 01.01.1996 unterliegen die Wohnungen allein den Vorschriften des Gesetzes zur Regelung der Miethöhe (MHG). Der Dachgeschossaufbau Maulbeerallee hat sich weiter verzögert. Zum Jahresende sollen die ersten Wohnungen bezugsfertig sein.

Am 10.9.1996 haben Vorstand und Aufsichtsrat eine Diskussionsveranstaltung zum geplanten Bau einer Trasse für den Transrapid (Magnetschnellbahn) entlang der Eichholzbahn wegen der befürchteten Beeinträchtigung bis hin zum Abriss der unmittelbar an der Trasse befindlichen Häuser veranstaltet. Im Oktober 1996 wird von Mitgliedern der Gartenstadt Staaken die Bürgerinitiative "Stoppt Transrapid-BI Staaken" gegründet.
Im Rahmen der Erbbaurechtsverhandlungen mit der OFD Berlin wurde ein Gutachten über die wirtschaftliche Belastbarkeit der Genossenschaft erstellt und Mitte 1996 dem Bundesministerium der Finanzen vorgelegt. Die Außenanlagen der Genossenschaft sind nun als Gartendenkmal unter Schutz gestellt worden. Dem bauleitenden Architekten wurde Ende 1996 wegen ungenügender Leistungserbringung fristlos gekündigt. Schadenersatz und überzahlte Honorare wurden zurückgefordert.

 

1997

Der Dachgeschossaufbau hat sich weiter verzögert. Im Januar wurde das Ingenieurbüro RTW mit der Bauleitung beauftragt. Dadurch konnte ein erheblicher Baufortschritt erreicht werden; die ersten 15 Wohnungen wurden Ende des Jahres bezugsfertig. Durch die Planungen zur Streckenführung des Transrapid könnte die Gartenstadt Staaken in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

1998

Im Februar wurde der Genossenschaft vom BMF ultimativ mitgeteilt, dass ein Neuabschluss eines Erbbaupachtvertrages nur für jährlich 2,7 Mio. DM Pachtzins oder der Kauf des Erbbaugeländes für 60 Mio. DM infrage kommt. Daraufhin wurde eine Mitgliederbefragung zwecks Meinungsfindung zu einer Anteilserhöhung zur Finanzierung eines Kaufs durchgeführt. Nach schwierigen Verhandlungen des Vorstandes mit der OFD Berlin wurde der Genossenschaft dann mit Schreiben vom 06.10.1998 angeboten, das gesamte Erbbaugelände zu einem Kaufpreis von 13 Mio. DM zu erwerben. Auf einer außerordentlichen Mitgliedersammlung am 26.11.1998 wurde mit einer überwältigenden Mehrheit von fast 100% eine Anteilserhöhung auf 2000,-- DM zur Teilfinanzierung des Kaufs der Erbbaugeländes beschlossen. Zur Dachaufstockung Maulbeerallee wurden im ersten Bauabschnitt 28 Wohnungen bezugsfertig. Im Mai 1998 feierte der AGS sein 10jähriges Bestehen.

 

1999

kaufvertrag
Lehmann, Wrietz, Meyer, Regeler, Kroschel, Zeissberg

Der Vertrag über den Kauf des gesamten Erbbaugeländes der Gartenstadt Staaken eG wird von den Vorstandsmitgliedern
Gerhard Kroschel, Michael Meyer und Werner Wrietz im Beisein des Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Lehmann beim Notar Zeissberg mit Herrn Regeler von der OFD Berlin am 20.12.99 unterschrieben. Der Kaufpreis beträgt 13 Mio. DM (56,-- DM/m2). In den vorangegangenen schwierigen Verhandlungen zu Detailfragen konnte vom Vorstand durchgesetzt werden, das dass Wohnungsbesetzungsrecht des Bundes für jede 4. freiwerdende Wohnung nicht für immer und ewig, sondern nur bis zum Jahre 2019 ohne Einfluss auf den Kaufpreises grundbuchamtlich gesichert wird.

 

2000

 Ein Katalog als "Leitfaden für die Genossenschaft im Umgang mit dem Denkmalschutz" ist nach zahlreichen Verhandlungen mit dem Landesdenkmalamt im Entwurf fertig. Der einmal vom Denkmalschützer abgesegnete Katalog wird dann für die Verwaltung eine Arbeitsgrundlage für die im Rahmen des Denkmalschutzes möglichen Veränderungen sein. Im Rahmen der Risikovorsorge wurde die Informationstechnik der Verwaltung auf den Jahrtausendwechsel vorbereitet; hierzu war eine Erneuerung der Hard- und Software unumgänglich.
Dachaufstockung und Fassadensanierung in der Wohnanlage Maulbeerallee konnte weitgehend abgeschlossen werden.

dachaufstockung

Mit Schreiben vom 23.3.2000 wurde von der OFD Berlin mitgeteilt, dass der Kaufvertrag des Erbbaugeländes vom Bundesministerium der Finanzen genehmigt worden ist. Der Kauf des Erbbaugeländes wurde im Rahmen eines Straßenfestes auf dem Kirchplatz unter Beteiligung aller Institutionen der Gartenstadt Staaken vom 15. bis 17.9.2000 gebührend gefeiert.

Die Genossenschaft wird nach 86 Jahren Eigentümerin der Grundstücke, auf dem ihre Gebäude stehen.

Jahre 1983 - 1992

Zusammengestellt, bearbeitet und illustriert von Michael Meyer, nebenamtliches Vorstandsmitglied, im Frühjahr 2001
Interessante Literatur:

  • "Die Gartenstadt Staaken" von Paul Schmitthenner, Verlag Ernst Wasmuth A. G., Berlin W8, 1917
  • "40 Jahre Gartenstadt Staaken e. G. m. b. H. 1914/1954", herausgegeben von der Gartenstadt Staaken e. G. m. b. H. 1954
  • "Festschrift der Gartenstadt Staaken EGMBH, Berlin Staaken Am Heideberg 12 anlässlich des 50jährigen Bestehens" 1964
  • "75 Jahre Gartenstadt Staaken eG, Gemeinnütziges Wohnungsunternehmen 1914 – 1989, Festschrift zum Jubiläum" 1989
  • "Festschrift, herausgegeben aus Anlass des urkundlichen, 700jährigen Bestehens des Ortsteiles Staaken von Berlin-Spandau" vom Bezirksamt Spandau von Berlin und Unterstützungsverein der Gartenstadt Staaken 1973
  • "Die Gartenstadt Staaken (1914-1917)", Karl Kiem, herausgegeben vom Gebr. Mann Verlag Berlin 1997
  • "75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Berlin-Staaken 2.6.1902 bis 2.6.1977", herausgegeben von der Berliner Feuerwehr 1977
  • "Der Lückenschluss", herausgegeben von der Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit mbH, Mai 1995
  • "Flugplatz Staaken, Ein Stück Luftfahrtgeschichte", herausgegeben vom Erich Lezinsky Verlag GmbH 1985
  • "Staaken Ein Ortsteil im Wandel der Zeiten 1273 – 1998", Spandauer Notizen, Spandauer Heimatbrief, Jahresausgabe 1998/1999, herausgegeben von der "Heimatkundlichen Vereinigung Spandau 1954 e. V." – Fördererkreis Museum Spandau
  • "Staaken Ein Ortsteil im Wandel der Zeiten 1273 – 2000", Zweite, überarbeitete und ergänzte Auflage November 2000, herausgegeben von der "Heimatkundlichen Vereinigung Spandau 1954 e. V." – Fördererkreis Museum Spandau
  • Baedekers Berlin-Spandau
  • "Spandau in alten Ansichten" Dr. Gustav Sichelschmidt , DIE DAMALS REIHE, ISBN 90 288 3445 1, © 1976 Europäische Bibliothek, Sechste Auflage 2001
  • Spandau Bau- und Gartendenkmale", Herausgegeben vom Bezirksamt Spandau von Berlin (2001?).
  • Die Reihe Archivbilder Spandau bei Berlin © Ralf Schmiedecke, 2002, ISBN 3-89702-463-2, Sutton Verlag GmbH

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